Stilrichtung Shabby Chic – Was es darüber zu wissen gibt.

Wörtlich übersetzt bedeutet Shabby Chic zwar „schäbiger Schick“, in Wahrheit ist dieser Stil aber alles andere als schäbig, nämlich eine gekonnte Mischung aus Erbstücken, Flohmarkt-Schnäppchen und Selbstgemachtem. Wir stellen den Stil vor.

Die Namensgeberin des Shabby Chic, Rachel Ashwell, liebt Schnäppchen vom Flohmarkt, Erbsachen, von denen man sich nicht trennen mag, und schicke neue Einzelstücke. Genau diese Mischung macht den Shabby Chic aus, denn der Shabby Chic ist eine Kombination aus Altem, Neuem und Kuriosem. Hinzu kommen verhaltene Eleganz und eine unverkennbar feminine Note. Diesen lieblichen Charakter verleihen dem Stil edle und wertvolle Accessoires, schimmernde Materialien oder antike Möbel. Besonders charakteristisch für den Shabby Chic sind natürliche oder künstlich herbeigeführte Gebrauchsspuren wie abgeplatzer Lack, scheinbar unbearbeitetes, grobes Holz und Textilien mit Mustern längst vergangener Tage.

Shabby Chic als Lebens- und Wohnstil

Möbel im Shabby Chic Stil

Wohnen im Shabby Chic heißt wohnen mit Vintage Möbeln. Diese sind erkennbar alt: Gebrauchsspuren wie abblätternder Lack, Schrammen, Kratzer und Kerben sind feste Bestandteile des Shabby Chics. Allerdings sind nicht alle Vintage Möbel für den Wohnstil Shabby Chic geeignet: Shabby Chic Möbel sind hell, oft weiß lackiert, aus Holz und wirken durch Schnitzereien und geschwungene Formen romantisch rustikal. Shabby Chic Liebhaber werden meist auf Flohmärkten oder Omas Dachboden fündig. Alte Möbel werden aufpoliert, abgeschliffen oder neu lackiert zum schönen Hingucker mit Geschichte. Diese Schönheit des Unvollkommenen wird heute auch oft industriell gefertigt: Es gibt auf alt gemachte Möbel im Shabby Chic, bei denen die Formgebung vergangener Zeiten aufgegriffen wird und Gebrauchspuren künstlich erzeugt werden. Das kann man übrigens auch leicht selber machen: Mit Lacken und Schleifpapier verpasst man seinen neuen Möbel den für den Shabby Chic typischen Used Look.

Farben im Shabby Chic

Typisch für den Shabby Chic sind zarte, überwiegend matte Farben. Knallige Töne sucht man im Shabby Chic vergebens. Stattdessen kommen Fans von Pastelltönen voll auf ihre Kosten. Beliebt sind Rosé, Türkis, Himmelblau, Violett und Gelb. Kombiniert mit zarten Grautönen, Beige oder Altweiß ergibt sich die typische Farbwelt des Shabby Chic. Schimmernde Accessoires veredeln die hellen und sanften Töne: Silberne Vasen, Kristallleuchter und Paillettenkissen bringen Eleganz. Außerdem unterstreichen Pfingstrosen, Horthensien und Fliederblüten die Farbwelt des Shabby Chic.

Materialien des Shabby Chic

Beim Shabby Chic werden in erster Linie natürliche Materialien verwendet, die bevorzugt älter oder bereits gebraucht sind. So trifft gekalktes Holz auf in die Jahre gekommenes Leder oder Leinen. Der Shabby Chic soll wohnlich und gemütlich sein. Was könnte da besser passen als Samt, Seide oder Baumwolle? Auch Handwerk und Selbstgemachtes haben im Shabby Chic ihren Platz. Darum gehören Strick, Spitze und Gehäkeltes ebenso zum Shabby Chic wie mundgeblasenes Glas, Kristall oder Keramik.

Auch Papier ist typisch für den Shabby Chic, zum Beispiel in Form von Papiertapeten mit romantischen Blumendekoren. Im Shabby Chic geht es um die Liebe zum Detail und die Schönheit des Unvollkommenen. Deshalb sind Einzelstücke aus Kunststoff, Tüll oder Metall durchaus erlaubt und werden einfach mit Naturmaterialien gemixt.

Muster und Motive im Shabby Chic

Kurz gesagt: Hat das Muster eine Geschichte, dann passt es auch zum Shabby Chic. Und Geschichten gibt es bekanntlich viele. Es ist erlaubt, was gefällt. Ranken und Blütendekors sollten jedoch auf keinen Fall fehlen. Auch die Ornamentik traditoneller Kelims oder Orientteppiche gehört zum Shabby Chic. Paisleymuster, Toile-de-Jouy oder Motive aus Flora und Fauna lockern den Shabby Chic ebenfalls auf. Selbst Karos, Streifen und Punkte finden sich im Shabby Chic wieder. Solange sich die Muster farblich ins Gesamtkonzept fügen, dürfen sie nach Herzenslust gemischt werden.

Shabby Chic dekorieren

Auch die Wohnaccessoires im Shabby Chic stammen meist vom Flohmarkt. Beliebt sind filigrane Porzellantassen, abgegriffene Emailleschalen und Krüge, angelaufenes Silberbesteck oder Messingkerzenständer. Matte Metallfassungen erzeugen einen leichten Kontrast zu den pastelligen Mustern aus Flora und Fauna, die meist ausgebleicht auf Textilien, Holz oder Porzellan auftreten. Beliebt sind auch geschliffene Gläser, blinde Spiegel, Kristallleuchter und nostalgische Schirmleuchten. Für eine stimmungsvolle Beleuchtung eigenen sich viele indirekte Lichtquellen wie Lichterketten und weiße, langstielige Kerzen oder Teelichter. Fundstücke aus der Natur dürfen in keiner Shabby Chic Wohnwelt fehlen: Treibholz, Muscheln und Federn werden unbehandelt und mit viel Liebe zum Detail in die Deko integriert.

Entstehung und Entwicklung

Der Stil entstand in den 1980er Jahren im Vereinigten Königreich in Anlehnung an die Einrichtung großer, alter Landsitze der Gentry und war ursprünglich eine Gegenbewegung zu der Neigung der oberen Mittelklasse, sich kostspielige Innenausstattungen im viktorianischen Stil anzuschaffen.

1989 eröffnete die englische Stylistin Rachel Ashwell einen Laden in Santa Monica, Kalifornien, in dem sie mit Flohmarktstücken handelte. Inzwischen ist sie Teilhaberin mehrerer Labels, die der kalifornischen Firma Shabby Chic Brand LCC in Culver City, gehören, die sich auch das Oxymoron Shabby Chic als Warenzeichen schützen ließ. Die Firma stellt unter anderem Stilmöbel her, bei denen neue Gegenstände optisch künstlich „gealtert“ erscheinen, obwohl dies laut Ashwell explizit gerade nicht Bestandteil dieses Stils ist.

„Die zunehmende Beliebtheit von alten gestrichenen Holzmöbeln führt dazu, daß man heutzutage immer mehr Stücke findet, die einem künstlichen Alterungsprozeß unterzogen worden sind, während das echte Alte leider immer seltener wird. Wer ein Stück kauft, das erst noch bearbeitet werden muß, damit es abgenutzt aussieht, hat nicht begriffen, worum es geht, denn der Charme eines Stücks liegt darin, daß es natürlich gealtert ist und nicht in dem durch Manipulation erzeugten Eindruck, es wäre alt.“

Der Einrichtungsstil Shabby Chic hat sich von einer alternativen Gegenbewegung zu einem Trend entwickelt, auch weil er in hohem Maße Aspekte der Nachhaltigkeit aufgreift.

Lesenswerte Autoren welche sich mit dem Thema Shabby Chic auseinander setzen:

Shabby Chic – Auch in Mode und Lifestyle ist dieser Trend vertreten!

Die Bezeichnung Shabby Chic stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie schäbiger Schick. Anfangs bezeichnet man damit einen bestimmten Einrichtungsstil, mittlerweile findet dieser Begriff aber auch in der Mode Anwendung.

Ende der 1980er-Jahre hatte die englische Stylistin Rachel Ashwell die Idee, den Look getragener und verschlissener Jeans auf Möbel zu übertragen. Sie startete ihr Business mit dem Verkauf von Flohmarktware und designte bald auch ihre eigenen Möbelstücke, die künstlich auf alt und abgenutzt getrimmt wurden. Rachel Ashwell hatte grossen Erfolg mit ihrer Idee und gilt heute als Begründerin des Shabby Chic. Den Begriff Shabby Chic liess sie sich übrigens als Warenzeichen schützen.

Die stilistischen Kennzeichen von Möbeln im Shabby Style sind vor allem ihr verlebtes Aussehen, das durch künstlich geschaffene Gebrauchspuren wie abgeplatzten Lack erreicht wird. Zusätzlich dazu werden vorrangig natürliche Materialien in zarten Pastellfarben und alte Muster verwendet, um den einzelnen Stücken den Anschein einer langen Vergangenheit zu verleihen. Dies soll laut Rache Ashwell ausserdem ein Gefühl der Vertrautheit und Wertschätzung erzeugen. Das Einfache und Bewährte soll wieder geschätzt werden und die eigenen vier Wände in ein behagliches Zuhause verwandeln.

Obwohl Rachel Ashwell mit ihrer Idee und ihren zahlreichen Läden als Pionierin des Shabby Style gilt, hat man heute auch zahlreiche andere Möglichkeiten, Möbel und Wohnaccessoires im Shabby Stil zu erwerben. Zahlreiche Läden haben sich mittlerweile auf Einrichtungsgegenstände im Shabby Look spezialisiert und verkaufen ihre Waren auch über das Internet. Für alle, die ihr Zuhause im Shabby Look einrichten wollen, lohnt sich auch der ein oder andere Besuch auf Flohmärkten, denn gerade dort können richtige Schnäppchen gemacht werden. Der Shabby Stil hat inzwischen aber auch seinen Weg in die Modewelt gefunden. Man denke nur an Filmstars wie etwa Johnny Depp, der mit seinem Kleidungsstil als Vorreiter des Shabby Looks gelten kann.

Grundlegend für ein Outfit im Shabby Style sind Jeans im Used-Look, T-Shirts aus dünnem Stoff sowie Unmengen von Schmuck wie etwa Lederarmbänder. Die einzelnen Kleidungsstücke dürfen auch gerne in Lagen getragen werden, denn unterschiedliche Längen bei Shirts, Cardigans und Pullovern passen hervorragend zum Shabby Stil.

Weitere interessante Beiträge über das Thema Shabby Chic!